Dolmargeschichte


Aufbau und Niedergang des herzoglichen Jagdschloßes und des Charlottenhauses

Herzog Moritz von Sachsen – Naumburg – Zeitz kam alljährlich auf den Dolmar, um große Jagden zu veranstalten. Es steht geschrieben „ Wenn der hohe Herr den Gipfel des Berges erstieg und sein Blick über das vor ihm liegende Rundgemälde schweifen ließ, da erwachte in ihm der Wusch ein Jagd- und Lustschloß zu bauen.“ ( In einer Urkunde vom 2. Juli 1669 wird der Baubeginn erwähnt )

1668 herzogliches „ Brackhaus “ ( Jagdschloß ) erbaut
Baumeister sind zwei Italiener, Alberto und Carlo Maroni,
Zimmermeister ist Balthasar Gerbig aus Suhl

1671Schaden durch Blitzschlag

1674 Erweiterungsbau am Brackhaus, viele Gemeinden müssen helfen.

1725 am 6. Juli durch Blitzschlag völlig zerstört

1816 stand auf dem Berg der Suhler Johann Matthäus Anschütz mit einigen gleichgearteten Naturverehrern und rief „ poetisch angehaucht “:



Hier sind wir Freunde,
Seht, nun mehr ist er erstiegen,
Der hohe Dolmar herrlich liegen
Der Aussicht Freuden um uns her!
Welch großer , weiter Schauplatz, der
Hier unserer wartet, voll von Lust für die
Die wissen,
die Freuden der Stillen Natur zu genießen.



1831 schrieb Prof. Adolph Schaubach das Buch „ Der Dolmar. Eine geographische Skizze. “
Das Schlußwort dieser Beschreibung lautet:

„Diese Szenerie wird vom schönsten im Thüringer Walde selbst nicht übertroffen und lohnt allein schon reichlich die Besteigung des Berges Dolmar. “


1835 Ludwig Bechstein (1801 in Weimar geboren ) wohnte von 1830 – 1861 in Meiningen. (Verfasser des Liedes „ Hoch auf dem gelben Wagen “) Nach einer Wanderung mit Freunden auf dem Dolmar spricht er in seinem „Wanderungen durch Thüringen “ über den Berg diese Worte aus

Der Dolmar

Wanderlust
Schwellt die freie Mannesbrust
Mit lusthellem Angesicht
Grüßen wir das Morgenlicht.
Hügelab und berghinan
Über Wald und Wiesenplan
Ziehn wir rüstig unsere Bahn.
Wanderlust
Frei aus Stubenqualm und Dunst
Schwellt die Mannesbrust !
Wandertrieb
Macht und recht das Leben lieb
Seht ihr, wie der Vogel zieht
Daß er fremde Länder sieht
Pilgernd über Tal und Höhn
Läßt am besten sichverstehen.
Wandertrieb
Den die Natur ins Herz uns schrieb
Macht das Leben lieb!“



1878 Den Bau eines Unterkunftshauses für den Dolmar wurde endlich durch den Kreisgerichtsrat Maaser angeregt. Den Bauriß entwarf A.W. Doebner. Die Baugenehmigung erteilte der Landrat von Schleusingen. Die Baukosten beliefen sich auf 3.755,00 Mark.
Verantwortlich für den Bau des Hauses war der Thüringer Waldverein.

1882 Am 10.09. erfolgte die Einweihung des „ Charlottenhauses “.
Das Haus bekam den Namen nach der Gemahlin des Meininger Herzoges.
Der Dichter Rudolf Baumbach widmete der Einweihung das Lied: „ Frisch auf, Kameraden “ und ein Gedicht

1889 Eine Vergrößerung des Hauses wurde nötig. An der Westseite wurde, auf den ruinenhaften Überresten des Jagdschloßes, das Gebäude erweitert. Die Kosten beliefen sich auf 5 926,00 Mark.

1889 Am 18. Mai wurde der Erweiterungsbau eingeweiht.
Die Weihrede hielt der Metzelser Pfarrer Reichardt und er legte die Verse von Paul Gerhard zu Grunde

„ Geh‘ aus mein Herz und suche Freud
In dieser schönen Sommerzeit
an deines Gottes Gaben...“


1892 Die Küche wurde vergrößert und der Eingang verlegt die Bewirtschaftung übernimmt für kurze Zeit Johann Andreas Kellermann aus Kühndorf.

1909 Von August Trinius sind vier Thüringer Wanderbücher erschienen. Er widmet diese Bücher Seiner Königlichen Hoheit dem Herzoge zu Sachsen – Coburg – Gotha.

1914–1917bewirtschaftete August Fick aus Kühndorf das Charlottenhaus.


1918–1923war Richard Storch aus Utendorf der Bergwirt.



Dolmargemeinde


1924 Gründung der Dolmargemeinde am 21. 09.1924.

Die Mitglieder der Dolmargemeinde kamen aus allen naturliebenden Bevölkerungsschichten und fanden sich aus den umliegenden Städten und Dörfern ( sogar aus Eisenach ) zusammen.

1924 Richard Hergenhan pachtet die Gaststätte und wird Dolmarwirt.

Gäste aus Berlin, Bremen und Leipzig kamen zahlreich.

1931–1933Das „ Charlottenhaus “ wird aufgestockt. Jetzt hat es neun Übernachtungszimmer, ein Vorstandszimmer und drei Gasträume, eine große und eine kleine Küche.

1933 Am 1. Juli wurde die Einweihung dieses großen Umbaues gefeiert.

1952 Die GST ( Gesellschaft für Sport und Technik ) übernahm das „ Charlotten-haus “. Es wurde geschiefert und als Segelflugschule genutzt.
(Bei der Übergabe an die GST erlitt der Bergwirt Richard Hergenhan einen Schlaganfall und starb am 05.11.1952. 28 Jahre hatte er als Pächter das „ Charlottenhaus “ bewirtschaftet. )

1967 Der Dolmar wird Truppenübungsplatz.

Das „ Charlottenhaus “ steht leer. Die „ lieben Mitmenschen “ zerstören es total. Noch nicht einmal der Turm aus den großen Steinquadern bleibt stehen.

1990 Am 03.03. wird die erste Sternwanderung gegen die Russen durchgeführt. Der Dolmar soll kein Truppenübungsplatz mehr sein.

1990 Am 7. April gründet sich der Verein der Dolmarfreunde e.V. und sein bestreben ist es, das „ Charlottenhaus “ wieder aufzubauen.

1990 Am 03.10. wird die „ Einheitslinde “ auf dem Dolmar gepflanzt.

1991 Am 03.03.wird die zweite Sternwanderung durchgeführt. Dem Berg Dolmar droht erneut Gefahr durch eine Straßenbaufirma (SST), die auf einer Fläche von 9,8 ha Basalt abbauen möchte.

1992 Von Mitgliedern des Dolmarvereins wird eine Schutzhütte auf dem Dolmar gebaut.

1993 Der erste Gottesdienst nach der Wende auf dem Dolmar.

1994 Himmelfahrt auf dem Dolmar „ Mit Rucksack , Hut und Wanderstock “

1995 Himmelfahrt – Festgottesdienst anlässlich der 1200 Jahrfeier von Kühndorf

1995 Am 12.10. erteilt das Bergamt die Genehmigung zum Basaltabbau am Dolmar.

1995 25.11. wird eine Protestversammlung durchgeführt.

1996 Über 30 000 Unterschriften werden von der Bürgerinitiative „Rettet den Dolmar“ in nur 3 ½ Monaten gesammelt.

1996 1. Mai Sternwanderung

Die Teilnahme ist sehr groß. Bürger aus der Umgebung, aus Sachsen, aus Bischofferode und aus Mengersgereuth – Hämmern.
„ Chöre singen für den Dolmar “.

Nov. 1996ABM – Arbeiter legen den Keller vom „ Charlottenhaus “ frei

1997 1.Mai Sternwanderung ;
Wieder eine große Teilnahme, denn das Motto ist „ Jetzt erst recht ! “

22.03.1997gibt Bergamt „ grünes Licht “ zum Abbau

14.04.1997 Basalt wird abgefahren

15.04.1997 Blockade – Glocken läuten

19.06.1997 Blockade – Glocken läuten

23.06.1997 Blockade – Glocken läuten

05.09.1997 Rücknahmebescheid

28.11.1997 Bergrecht erwirbt Kreiswerke, SSR – Stadtreinigung Schmalkalden

1998 Geologe Herr König aus Steinbach – Hallenberg soll eine Stilllegungskonzeption im Auftrag der Stadtreinigung Schmalkalden erarbeiten.

1998 1. Mai Sternwanderung „Gemeinsam den Dolmar erhalten “ große Teilnahme, Gäste aus Kiel, Leipzig, Jena und Hannover

1998 01. Juli 1998 Grundsteinlegung vom „ Charlottenhaus “

1998 17.Oktober Richtfest vom neuen „Charlottenhaus“

2000 1. Mai 2000
Einweihung vom wiederaufgebauten „Charlottenhaus“










Die Chronik wurde freundlicherweise vom Verein der Dolmarfreunde e.V. für diese Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle möchte ich Frau Claudia Keiner (Kühndorfer Heimatstube) und Herrn Karl Schönewolf (Verein der Dolmarfreunde) danken.





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